22. August 2014
Andreas und Petra
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Früher

Früher war die Wohnung größer. Steckdosen waren gefährlich und alle Schubladen konnten ohne Probleme geöffnet werden. Früher war es kein Geheimnis, wenn Eis oder Schokokekse im Haus waren. Früher war weniger Spielzeug. Wäscheständer waren noch Wäscheständer und keine Höhlen oder Baumhäuser. Und Klappkisten konnten aufgeklappt werden, ohne dass sich gleich jemand hineinsetzen wollte.

Früher wurde beim Einschlafen nicht gesungen. Das Doppelbett war ein Bett für zwei Leute. Früher war mehr Schlaf und wer den Wecker auf 7 Uhr stellte, wurde nicht ausgelacht. Früher konnte man auch mal alleine aufs Klo gehen. Die Verdauung war weniger oft Gesprächsthema und wir hatten noch kein richtiges Wort für »Stinkie«.

Früher war Gehen einfach Gehen. Niemand ging rückwärts, wollte getragen werden oder Andreas an den Ohren festhalten. Früher kannten wir nicht alle Spielplätze in der Umgebung. Wir waren einfach wir selbst und nicht König Sarastro oder Königin der Nacht, Tiger oder Bär, Jonny Mauser, Franz von Hahn oder der dicke Waldemar.

Früher verteilte Petra in der Apotheke Traubenzucker und wurde in anderen Geschäften nicht gefragt, ob einer ihrer Begleiter vielleicht einen Traubenzucker haben wolle. Früher kreischte niemand vor Freude, wenn Andreas nach Hause kam.

Früher war alles schön. Aber wir waren keine Familie.
Heute sind wir eine und alles ist ganz wunderbar und wundervoll noch schöner.

11. Juli 2014
Andreas
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Das Herz inmitten allen Seins

Seit fast zwanzig Jahren übe und vertiefe ich bei Heinz Günter Saemann in der Taijiquan-Schule Ortenau meine Bewegungen, doch nie zuvor war der Unterricht so tiefgründig und bewegend wie in den letzten Wochen. Neben unserem Körper bewegen wir auch unsere Seele und hören Texte aus dem Dào Dé Jing von Lăozi oder den Gedichten zum Spiel der fünf Tiere von Jião Guóruì. Beim ersten Hören völlig neue Bilder; doch dann klingen Worte in mir, die ich vor vielen Jahren, sogar Jahrzehnten, gehört und gelesen habe und die immer noch tief in mir sind und eine wundervolle Wahrheit aussprechen, die eigentlich ohne Worte ist.

Der Wissende,
das Selbst inmitten,
ward nie geboren,
noch wird es sterben.

Nicht ist es erschaffen irgend woraus
und nichts erschafft es außer seiner Selbst.
Es ist ursprünglich, ungeboren, dauernd, ewig.
Es stirbt nicht, wenn der Körper stirbt.
Und wenn der Tötende denkt, er tötet,
oder der Getötete, er sei tot,
so versteht von beiden keiner.
Nicht tötet es, noch kann es jemals getötet werden.

Kleiner als das Kleine,
größer als das Große
ist es das Herz inmitten allen Seins.

Alan Watts

27. Juni 2014
Andreas
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Mondschein­silber­sternenkatze

Mondscheinsilbersternenkatze

Auf einmal liegt Sternenstaub auf Emilias Leben, und der Nachtwind lacht ihr zu. Warum können Kinder plötzlich fliegen? Wie kommt es, dass Mama ihre Sorgen los ist? Was klirrt da im Gespenster­turm? Und wer hat den alten Schuppen in ein buntes Spielhaus verwandelt? Die Mond­schein­silber­sternenkatze ist auf der Erde gelandet …

Petra Zeil: Mondscheinsilbersternenkatze

Die Katze ist endlich gelandet. In diesen Tagen wurde das dritte Buch unserer Freundin Petra Zeil veröffentlicht. Die Geschichte der »Mondscheinsilbersternenkatze« wird in Reimen erzählt und ist von Petra selbst mit großartigen Tuschezeichnungen illustriert. Zur Freude am Setzen der Geschichte mit der Schrift »Skolar« von David Březina kam für mich noch das große Vergnügen hinzu, den Text und die Zeichnungen so zusammenzubringen, dass wir nun am Ende ein »richtiges Buch für Kinder« in den Händen halten können. Und die große kleine Apfelfreundin kennt jetzt endlich auch Emilia, kann »Mondschein­silber­sternenkatze« sogar schon aussprechen und freut sich, wenn wir ihr aus dem Buch vorlesen.

Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze
Mondscheinsilbersternenkatze

Petra Zeil: Mondscheinsilbersternenkatze
BoD, ISBN 978-3-7357-8679-1, Paperback, 100 Seiten, 7,50 Euro

25. Mai 2014
Andreas und Petra
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Familienzeit

Familienzeit

Heute vor drei Monaten ist die kleine kleine Apfelfreundin auf die Welt gekommen. Dank der zweiten Elternzeit von Andreas haben wir seitdem zusammen mit der großen kleinen Apfelfreundin fast ununterbrochen unsere Zeit als Familie genießen können. Die Elternzeit geht heute zu Ende und doch hat unsere Familienzeit gerade erst begonnen, was uns ganz besonders glücklich und dankbar sein lässt.

24. Mai 2014
Andreas
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Das Ziel vor Augen erkennen wir:
Der Weg ist das Ziel.
Auf dem Weg dann:
Es gibt keinen Weg, nur Gehen.
Im Gehen bleibt schließlich nur:
Der eine Schritt.
Und am Ende:
Kein Ziel, kein Weg, kein Gehen, kein Schritt,
Freiheit.

23. Mai 2014
Andreas und Petra
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Mit Kindern wachsen

Wir leben in einer Gesellschaft, die der Arbeit von Eltern nicht den Wert beimisst, den sie tatsächlich für die Allgemeinheit hat. Den Menschen unseres Kulturkreises erscheint es völlig normal, dass sie hundert Prozent ihrer Energie für ihre Karriere oder für ihre »Beziehungen« oder für ihre »Selbstfindung« aufwenden, nicht aber für ihre Kinder. Dieses Verhalten spiegelt die Ansicht, dass es ein Kind nur »verdirbt«, wenn man ihm intensive Aufmerksamkeit schenkt […] So wird es häufig als ein Hinweis auf extremes »Festhalten« gesehen, wenn wir uns unseren Kindern voll und ganz widmen, und keinesfalls als ein Ausdruck des Respekts dem Leben gegenüber […] sowie der einzigartigen Freude, die Eltern und Kindern in ihrer Beziehung zueinander erleben können.
Myla und Jon Kabat-Zinn:
Mit Kindern wachsen

5. Mai 2014
Andreas
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Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo

Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo

Heute haben die große kleine Apfelfreundin und ich es endlich geschafft, unseren Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo zu machen, den wir uns schon seit Beginn meiner Elternzeit (für die kleine kleine Apfelfreundin) vorgenommen haben. Und natürlich waren nicht nur die Tiere interessant. – Es kam tatsächlich die Frage: »Gibt es hier auch Elche?«. Leider nein. – Fast ebenso spannend war der große Spielplatz mit Rutschen, Schaukeln und Sand in allen Größen.

Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo
Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo
Vater-Tochter-Ausflug in den Zoo

Den ganzen Tag, wenn ich die kleine Apfelfreundin angesehen habe, und auch heute Abend, wenn ich mir die Fotos anschaue, denke ich:

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?

Ich glaube, sie weiß es.

28. April 2014
Andreas
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Wenn die Krieger kommen

Nie zuvor war meine Angst vor Krieg größer als in diesen Tagen.

Wenn die Krieger kommen

Lock sie aufs Dach der Taube
Lock sie ins Nest der Schwalbe
Lock sie in die Höhle der Löwin
Lock sie in den Wald der Rehe

Geh ihnen entgegen mit offenen Händen
Voll Brot und Salz Obst und Wein

Dass sie sich verlaufen
Im Knüppelholz deiner Tugenden
Dass sie sich verirren
Im Labyrinth deiner Freundlichkeit

Mach sie staunen
Beschäme ihre Generäle und Präsidenten
Lass ihre Handlanger ins Leere laufen
Sei eine Tiefebene voll Höflichkeit

Dein Gewehr sei die Klugheit
Deine Kraft sei die Geduld
Deine Geschichte sei die Liebe
Dein Sieg sei dein Schweigen

So dass sich die Landpfleger sehr verwundern
Hanns Dieter Hüsch
nach Micha 4