Apfelfreund*innen

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Beiträge von Andreas Harder-Matern

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Mobile First

Andreas am 9. November 2018

Es war eines jener Ereignisse, vor denen Doktor Apfelfreund sich immer gefürchtet hatte. Seit über dreißig Jahren beschäftigte er sich nun schon mit Computern. Aus Dosenrechnern waren Fensterrechner, aus Fensterrechnern waren Apfelrechner geworden. Doch so verschieden die Geräte im Lauf der Zeit waren, hatten sie doch eines immer gemeinsam: es waren Rechner, die ihren ständigen Platz auf oder unter einem Tisch hatten. Die wenigen mobilen Rechner in Doktor Apfelfreunds Leben waren für ihn stets nur Zweitrechner gewesen. Allen Strategien von »Mobile First« zum Trotz und entgegen der Tatsache, dass Doktor Apfelfreunds Kinder dereinst das Zimmer, in dem besagter Tisch stand, als drittes Kinderzimmer beanspruchen würden, war selbst der schicke, mobile Apfelrechner, der ihn schon an so manchen Ort begleitet hatte – auch wenn es meist nur noch das heimische Sofa im Wohnzimmer gewesen war –, letztlich nur die Nummer Zwei.

Doch dann geschah es ganz unvermittelt, als Doktor Apfelfreund an seinem Schreibtisch saß, dass sich der Apfelrechner Nummer Eins auf dem Tisch stehend ausschaltete. Alle über die Jahre gesammelten und nicht unwesentlichen technischen Fähigkeiten halfen nichts; auch nicht die vielleicht noch bemerkenswerteren Fähigkeiten des Fluchens, die Doktor Apfelfreund sich angeeignet hatte, wenn er – was er natürlich stets heimlich tat – mit einem seiner Rechner schimpfte, weil dieser genau das nicht tat, was Doktor Apfelfreund von ihm wollte. Der Apfelrechner Nummer Eins wollte offensichtlich nicht mehr und konnte nicht mehr.

Schweren Herzens wurde aus dem Apfelrechner auf dem Tisch nun ein Apfelrechner in der Abstellkammer, der dort nur noch darauf zu warten hatte, dass Doktor Apfelfreund ihm mit einem bizarren Schraubendreher, den kein normaler Mensch – auch nicht Doktor Apfelfreund – zu Hause herumliegen hatte, seine einzige noch brauchbare Komponente herausoperierte: den lokalen Datenträger. Doch das hatte Zeit. Denn, auch wenn Doktor Apfelfreund seinen Apfelrechner Nummer Eins verloren hatte und nun wohl tatsächlich durch einen Fensterrechner – die Hölle war ja bereits zugefroren – ersetzen würde, hatte er aufgrund seines von nicht wenigen und nicht selten belächelten, vielleicht tatsächlich hin und wieder etwas übereifrigen Sicherungskonzepts eines nicht verloren: auch nur ein einziges Byte seiner Daten.

  • Wie es weitergeht: Praktikant Apfelfreundchen – 5. Januar 2019

Kategorie: Doktor Apfelfreund, Leben Stichworte: Computer, Geschichten

Neuen Sound ausgepackt

Andreas am 20. Juli 2018

Ich bezeichne mich ja selbst nicht als Musiker, aber seit über dreißig Jahren spiele ich oft und gerne Gitarre. Nicht nur zu Hause, sondern auch bei über hundert Kinder- und Jugendfreizeiten, bei Gottesdiensten und ganz früher in unserer Liedergruppe und bei einigen Krippenspielen. Gerne erinnere ich mich an mein Engagement als kroatischer Gitarrenspieler. So manche Gitarre habe ich schon besessen und vor ein paar Jahren eine sogar verloren.

Neuen Sound ausgepackt

Heute kam ein ganz besonderes Paket: meine neue Taylor GS Mini-e Koa Gitarre aus dem Holz der hawaiianischen Koa-Akazie. Das Auspacken war ein Genuss, als wäre Weihnachten. Und nach dem ersten Anschauen, Spielen und Hören sind meine Augen, Finger und Ohren ganz begeistert!

Neuen Sound ausgepackt Neuen Sound ausgepackt Neuen Sound ausgepackt Neuen Sound ausgepackt Neuen Sound ausgepackt Neuen Sound ausgepackt
  • GS Mini-e Koa (Taylor Guitars)
  • GS Mini Koa Detailed Guitar Review (YouTube)
  • GS Mini Koa Review. How does it sound? (YouTube)

Kategorie: Leben Stichworte: Gitarre, Musik, Musizieren, Unboxing

Keine Ahnung

Andreas am 19. Juni 2018

No Idea – Keine Ahnung

Viel Sand, Wasser und Wind hat es abbekommen, das mittlerweile ziemlich zerschlissene Buch, das meine Urlaubslektüre am Strand war. Und während ich beim Lesen am Strand den Horizont der Ostsee bewundern konnte, hat mich in diesem Buch der Horizont des menschlichen Wissens über das Universum erschaudern lassen. Wir Menschen wissen vieles, aber eigentlich haben wir vor allem eines: keine Ahnung.

Das Wissen der Menschheit über das Universum ist voller Löcher. Dabei handelt es sich nicht um kleine Löcher, sondern um riesige Krater in unserem Verständnis davon, wie das Weltall funktioniert. Jorge Chaim und Daniel Whiteson haben eine witzige, leicht verständliche und dabei höchst fundierte Form gefunden, uns zu erklären, was wir über das Universum alles nicht wissen.

  • Jorge Cham, Daniel Whiteson: no idea – keine ahnung!, 2018
  • Kosmologie – Vorletzte Antworten auf die letzten Fragen (Deutschlandfunk)
  • The Biggest Mysteries in the Universe – We have no idea (YouTube)

Kategorie: Leben Stichworte: Bücher, Ostsee, Physik, Rügen, Sommer, Urlaub

Codeknacker

Andreas am 28. April 2018

  • Papa: Ich hab euch auf euren Daddelgeräten einen Sperrcode eingerichtet, damit der kleine Apfelbruder sie nicht mehr einschalten kann.
  • Apfelschwestern: Was müssen wir eintippen?
  • Papa: Das Jahr, in dem Heinrich V. seine eigene Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Rom durch den Papst erzwungen hat.
  • Apfelschwestern: Hä?
  • Papa: 1111

Eine halbe Stunde später.

  • Apfelschwestern: Papa! Der Apfelbruder hat den Code geknackt!

Kategorie: Leben Stichworte: Computer, Knobeln

Gutenachtgeschichten

Andreas am 10. März 2018

Mein Vater erzählte mir früher selbsterdachte Geschichten von Roboter Rubin, der mit seinem Raumschiff die Weiten des Weltraums erforschte …

Seit einigen Jahren erzähle ich meinen Kindern vor dem Einschlafen eine Geschichte. Es begann mit dem Nacherzählen der Geschichten von der kleinen Hexe Lisbet, deren Welt sich in unseren Geschichten schnell zu einem ganz eigenen Universum ausdehnte. Lisbets Freundin, die kleine Hexe Trixie, spielte eine immer größere Rolle. Figuren aus neu vorgelesenen Bücher wurden in unsere Geschichten übernommen. Der Räuber Hotzenplotz, der nach dem dritten Band ja nun ein Räuberwirt war. Die Großmutter, bei der sich in unseren Geschichten herausstellte, dass sie früher auch eine Hexe war. Und natürlich Kasperl und Seppel, die sich in unserer Welt in die beiden kleinen Hexen verliebten.

Vor allem aber wurden ganz neue Figuren erschaffen.

Zuallererst der große Zauberer Helmdödel (dessen Name eine ganz eigene Geschichte hat), der gerne auf seiner Kartoffelmaschine (einem Motorrad) durch unsere Geschichtenwelt knattert und die beiden kleinen Hexen oft im Beiwagen sitzen hat. Helmdödel, der zusammen mit seinem gleichgeschlechtlichen Freund, dem Zauberer Zwackelmann (der fiktive gute Bruder des bösen Zauberers aus dem zweiten Band vom Räuber Hotzenplotz) bei Lisbet und Trixie wohnt. Beide haben selbstverständlich ein eigenes Zauberschloss, fühlen sich dort aber oft einsam, weshalb sie das Gästezimmer des Hexenhauses dem Zauberschloss vorziehen.

Viele Abende lang schlich plötzlich das gefährlichste Monster der Welt durch das Hexenhaus. Zunächst nur als dunkler Schatten und mit der geflüsterten Warnung »Schaut mich nicht an!«. Ein Monster, das sich vor gar nichts fürchtet und dessen unvorbereiteter Anblick jede und jeden kurzfristig zu Stein erstarren lässt. Je böser sein Blick, desto länger die Starre. Tagelang rätselten die kleinen Apfelfreundinnen, wie dieses Monster wohl aussieht. Mittlerweile wohnt Herbert, so heißt das Monster, friedlich im Keller des Hexenhauses und fällt in der Wohngemeinschaft nur dann unangenehm auf, wenn er mal wieder den Hausmüll oder ein Paar alte Socken mit großem Genuss verspeist. Sein kleiner Freund ist das Monster unterm Bett. Ein Monster, das sich vor allem und jedem fürchtet und sich unter Trixies Bett am sichersten fühlt. Weitere Nebencharaktere sind die beiden Mitbewohner Katze Matratze und Ratte Krawatte. Und dann gibt es neuerdings noch Schlunz, der erst nur in Helmdödels Träumen sein Unwesen trieb, nun aber auch im Hexenhaus regelmäßige Auftritte hat und dem Monster unterm Bett erst letzte Woche das Leben gerettet hat.

Außerhalb des Hexenhauses kommen und gehen sowieso die unterschiedlichsten Figuren.

Der großen Apfelschwester sind die Geschichten manchmal schon zu verrückt (das Männchen, das in einem Frühstücksei lebt); die kleine Apfelschwester wünscht sich mehr Einhörner (vorgestern waren immerhin zehn davon im Garten von Lisbet und Trixie). Ich bin gespannt, wie sich die Geschichten weiterentwickeln werden, wenn dann bald neben den Mädels auch der kleine Apfelbruder ein aufmerksamer Zuhörer sein wird. Vielleicht landet ja auch irgendwann hinterm Hexenhaus das Raumschiff von Roboter Rubin, der den Kindern dann einen kleinen Gruß ihres vor vielen Jahren verstorbenen Opas ausrichten wird, den sie leider nie kennengelernt haben.

Kategorie: Leben Stichworte: Geschichten

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  • Andreas und Petra mögen Äpfel, den Norden und die Ostsee. Sie schätzen Offenheit, Toleranz und Gelassenheit und sind mit Herz und Verstand die Eltern von drei Kindern.
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