
Winter gibt es nicht nur im nördlichen Norden, sondern auch im südlichen Süden, obwohl es bei uns dann doch etwas wärmer zugeht. Bei wohligen –3°C genießen die kleinen Apfelfreundinnen einen Ausflug in den Schnee.

Familie Matern

Winter gibt es nicht nur im nördlichen Norden, sondern auch im südlichen Süden, obwohl es bei uns dann doch etwas wärmer zugeht. Bei wohligen –3°C genießen die kleinen Apfelfreundinnen einen Ausflug in den Schnee.

Andreas am
Heute habe ich im Gottesdienst ein Lied zur Jahreslosung gehört, das mich sehr berührt hat. Es ist schön, erlebt zu haben, wie Gott trösten kann. Und es ist schön zu erleben, wie ich als Vater und Petra als Mutter unsere Kinder trösten und aufrichten können.
Und wo ist Gott?
Er hungert, klagt und schreit,
teilt unser Schicksal bis zum Tod.
Wohl dem, der ihn erkennt im Leid.Wir beten und fragen,
wir bitten Gott und klagen:Tröste deine Menschen wie die Mutter ihr Kind.
Berühre unsre Herzen, wenn wir verzweifelt sind.
Lass deinen Frieden wachsen in Herz und Hand
und führe uns in dein Hoffnungsland.Das Himmelreich
Gottfried Heinzmann
kommt bald und ist zugleich
durch Jesus Christus jetzt schon da.
Wohl dem, der weiß: Der Trost ist nah.
Auszug aus dem Lied zur Jahreslosung 2016
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg

Freunde haben uns ein selbstgestaltetes Bild mit guten Wünschen für unsere Familie geschenkt, das nun in unserem Wohnzimmer hängt. Darin heißt es unter anderem:
Es ist eure Familie. Genießt eure gemeinsame Zeit.
Euer Kind tut immer sein Allerbestes. Genau wie ihr.
Achtet auf euch. Springt von Ast zu Ast.
Tut was euch gefällt. Lauft barfuß durch die Wiese.
Zeigt es allen, wenn ihr glücklich seid.
Lacht viel! Seid mutig. Nehmt eure Verantwortung an.
Gebt euch Freiraum. Seid stolz auf euch.
Nach einem Text von Julia Dibbern
Es macht uns große Freude, jeden Tag im Vorbeigehen oder vom Sofa aus einen dieser Sätze zu lesen. Die Leichtigkeit, die Stärke, das Vertrauen und die Hoffnung zu spüren, die von diesen Worten ausgehen. Die Ermutigung, der Fantasie unserer Kinder zu folgen und auch mal etwas Verrücktes zu tun. Ja, wir lachen viel.



Vor allem aber können wir zueinander ehrlich sein, unsere Gedanken und Emotionen miteinander teilen. Unsere Freude, unsere Angst, unsere Trauer und unsere Wut. Unsere Liebe zueinander! Nicht nur wir Erwachsene, sondern auch unsere Kinder. Es ist immer ganz wunderbar festzustellen, wie offen und direkt die kleinen Apfelfreundinnen ihre Erwartungen äußern können und wir so die Möglichkeit haben, darauf einzugehen. Nicht immer ganz konfliktfrei, aber immer respektvoll. Es ist unsere Familie, wo wir so sein können, wie wir sind. Und dann kommt uns ein Satz in den Sinn, den wir uns gerne zusprechen: »Wie schön, dass wir wir sind.«
Petra am

Eine lila Sternentasche für das grüne Fahrrad der großen Apfelschwester, die gerade Radfahren lernt.
Petra am

Hebammen sind nicht nur Geburtshelferinnen, sondern Ernährungsberaterinnen, Psychotherapeutinnen und vor allem Vertrauenspersonen für Frauen. Doch die Existenz dieser Berufsgruppe ist in Gefahr. Zu einer Infoveranstaltung mit dem Dokumentarfilm »Einsame Geburt – Hebammen in Not« und anschließender Podiumsdiskussion sind am Dienstagabend mehr als 100 Interessierte in das Evangelische Gemeindehaus gekommen, um sich über die aktuelle Entwicklung zu informieren.
Ein Bericht von Kirsten Pieper
Für die Hebammen, die in der Regel freiberuflich arbeiten, wird der Handlungsspielraum immer enger. Zum einen gibt es das Problem mit der teuren Haftpflichtversicherung. 6.274 Euro muss eine Hebamme dafür derzeit im Jahr berappen. Diese enorm hohe Summe hat bereits viele Hebammen zur Berufsaufgabe bewegt. Folge: Geburtshäuser mussten schließen, eine flächendeckende Versorgung vor allem im ländlichen Raum ist schwierig geworden und eine 1-zu-1-Betreuung durch Hebammen in der Geburtshilfe ist kaum noch zu gewährleisten. Hinzu kommt eine weitere Entwicklung: Ein Rahmenvertrag, der Ende September von einem Schiedsgericht ausgehandelt wurde, legt neue Ausschlusskriterien für Hausgeburten fest. In Zukunft sollen Schwangere, die den errechneten Entbindungstermin drei Tage überschritten haben und ihr Kind zu Hause gebären möchten, die Erlaubnis eines Arztes einholen müssen, sonst bezahlt die Krankenkasse die Geburt nicht.



Um auf die prekäre Situation der Hebammen aufmerksam zu machen, haben die beiden Offenburger Mütter Sarah Schulze und Petra Matern in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung am Dienstagabend ins Evangelische Gemeindehaus der Stadtkirchengemeinde eingeladen. Gezeigt wird der Film »Einsame Geburt – Hebammen in Not«. Die Regisseurin Nadine Peschel macht sich darin auf die Suche nach Ursachen für das Dilemma der Hebammen. Vor allem das Dickicht aus unterschiedlichen Akteuren und deren gegensätzliche Partikularinteressen macht die Betrachtung für den Außenstehenden oft schwierig. Krankenkassen, Versicherer, Ärzte und letztlich die Hebammen stehen sich gegenüber. Sie alle kommen im Film zu Wort. Und dass bei Krankenkassen und Versicherern die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, ist keine überraschende Erkenntnis, die zutage kommt. »Eine rein ökonomische Betrachtungsweise funktioniert aber bei Familien nicht«, bilanziert die Juristin Nina Straßner. Die Politik sei gefragt, einen Ausgleich zu schaffen, fordert die Familienrechtlerin im Film. Für den Gynäkologen Wolf Lütje ist klar: »Die Hebammen sind für das Normale zuständig, die Ärzte für das Pathologische.« Und die Hebamme Christine Bruhn vom Geburtshaus Charlottenburg sagt: »Geburt ist keine Krankheit, sondern ein physiologischer Prozess und eine hochemotionale Sache, die nicht unter technisch-medizinischen Einfluss muss. Wenn wir nicht anfangen, junge Menschen von Geburt zu begeistern, dann wird die natürliche Geburt aussterben«, warnt sie. »Wir erschweren es den Familien, Ja zu einem Kind zu sagen, weil wir den Rahmen für Geburten abschaffen.« Sie verweist auf Zustände in den USA: Dort sei Geburtsvorbereitung Privatangelegenheit und von jeder Frau aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Doch welche Lösungen kann es geben? Die Ansätze reichen von Haftungsobergrenzen, über einen Haftungsfonds aus Steuergeldern bis hin zu einer kompletten Reform des Gesundheitswesens.
In der anschließenden Podiumsdiskussion bricht der Kehler Frauenarzt Eike-Hans Theopold eine Lanze für die Arbeit der Hebammen. Der niedergelassene Gynäkologe begleitet seit 27 Jahren unter anderem Hausgeburten in der Ortenau und bemängelt, dass Schwangere zusehends als ein medizinisches Risiko dargestellt würden. Für ihn ist die Geburt ein Kulturgut und damit eine hoheitliche Aufgabe des Staates. »Es geht immer um Kitaplätze, aber die Geburt wird vergessen.« Mela Pinter vom Geburtshaus Mayenrain bei Freiburg führt ihre Erfahrungen als Hebamme aus. »Wir Hebammen wissen seit Jahrhunderten, wie wichtig Schutzräume für Geburten sind. Es ist wichtig, diese Schutzräume weiter zu organisieren, sei es zu Hause oder im Klinikum.« Für die Vertreterin des Hebammenverbandes Baden-Württemberg, Christel Scheichenbauer, steht die Wahlfreiheit von Frauen auf dem Spiel. »Die aktuelle Entwicklung ist eine Beschneidung der Frauenrechte«, sagt sie bezogen auf die neuen Ausschlusskriterien. Als Vertreter der Politik sitzt der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Marwein auf dem Podium und kündigt an, sich engagieren zu wollen, wenngleich er einräumt, dass das Thema eher in der Bundespolitik angesiedelt sei. Eine junge Frau aus dem Publikum spricht mit ihrem Beitrag vielen Anwesenden aus dem Herzen: »Wer hilft uns noch, wenn es keine Hebammen mehr gibt? Wir haben keine Großfamilie mehr, unser eigenes Kind ist oft das erste Baby, das wir überhaupt im Arm halten.« Christel Scheichenbauer vom Hebammenverband richtet ihren Appell an die Anwesenden: »Je mehr Leute uns unterstützen, desto mehr Gewicht bekommen wir.«
Wir veröffentlichen diesen Text dank der freundlichen Genehmigung von Kirsten Pieper.
Das nächste Treffen für alle, die an dem Thema dranbleiben wollen:
Montag, 7. Dezember 2015, 20.00 Uhr
Gemeindehaus der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Offenburg
Poststraße 16, 77652 Offenburg