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Kategorie: Worte

Worte, die uns bewegen

  • Gebete, Hoffnung, Jahreslosung, Mystik

Opas Engel

Andreas am 24. September 2017

Ein weiteres wichtiges Buch, das ich meinen Kindern oft vorlese, ist »Opas Engel«, eine kleine Bildergeschichte von Jutta Bauer.

Großvater erzählte gern. Er erzählte immer, wenn ich ihn besuchte …

»Junge, mir konnte keiner was.«, erzählt der Großvater seinem Enkelkind. Von der Zeit, als der Großvater selbst ein Kind war. Von seinen Abenteuern auf dem langen Schulweg. Wie er auf die höchsten Bäume klettert und in die tiefsten Seen springt. Immer furchtlos und mutig. Was der Großvater nicht weiß, wir aber sehen: ein Engel beschützt ihn vor schnellen Autos und tiefen Löchern, vor bösen Dieben und aggressiven Gänsen, vor großen Hunden und wilden Raufbolden.

Opas Engel

»Feige war ich nie. Damals wusste ich nicht, wie gefährlich das sein konnte.
Mein Freund Josef wusste es. Er hatte viel mehr Angst.
Irgendwann verschwand er plötzlich. Ich sah ihn nie wieder und war sehr traurig.«

An dieser Stelle schweigen wir beim Vorlesen erst einmal. – Und dann kommen immer wieder die gleichen Fragen: »Papa, was ist mit Josef passiert?«, »Papa, was sind Nazis?«

Und schließlich die Frage: »Papa, gibt es Nazis auch heute noch?«
Und wie gerne würde ich sagen können, dass in dieser Welt kein Platz mehr ist für Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Aber leider ist dem nicht so und ich werde zukünftig sogar zugeben müssen, dass hier in Deutschland dreizehn von hundert Leuten dieses schreckliche Gedankengut unterstützen und heute dafür gesorgt haben, dass Nazis im Deutschen Bundestag eine Stimme haben.

Das Leben des Großvaters geht weiter. Er übersteht den Krieg und den Hunger, findet Arbeit, verliebt sich. Sein Kind wird geboren. Er baut ein Haus, kauft sich ein schnelles Auto und wird zu dem Großvater, der er heute ist. Und immer ist der Engel bei ihm und wacht über ihn. »Ich hatte viel Glück«, meint er über sein Leben.

Großvater wurde müde und schloss die Augen. Ich ging leise raus.
Draußen war es noch hell und warm! Was für ein schöner Tag es war.

Schließlich stirbt der Großvater. Erleichtert und mit einem Lächeln im Gesicht. Opas Engel wird nicht mehr gebraucht und so wird dieser nun zum Engel des kleinen Enkelkinds.

  • Jutta Bauer: Opas Engel, 2001

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Antifaschismus, Bücher, Engel, Geschichten, Meinung

Eines der wichtigsten Bücher

Andreas am 2. September 2017

Das rote Haus in einer kleinen Stadt

Eine Geschichte, die 1969 von Elisabeth Borchers veröffentlicht wurde, fand Jahre später als Hörspiel auf der B-Seite einer Langspielplatte den Weg zu mir als Kind.

»Ihr, Leute!«, ruft der neue Bürgermeister von seinem Balkon herunter. »Hoch! Hoch! Hoch!«, rufen die Leute zu ihm hinauf. Der Bürgermeister will, dass es den Leuten gut geht. Damit das gelingt, muss es sauber und ordentlich sein. Die Leute sind begeistert und machen sich an die Arbeit. Noch am selben Abend ist kein Stäubchen mehr zu sehen. Dem Bürgermeister ist die Stadt aber noch zu bunt. Wieder machen sich die Leute enthusiastisch auf und streichen ihre Häuser grau. Doch nun sind dem Bürgermeister die Leute selbst zu bunt. Also schneidert man sich schnell neue Kleider in einer einheitlichen Farbe: Grau.

»Aber was nützen uns die besten Kleider, wenn einer JA sagt und einer NEIN?«

Der Bürgermeister will mehr und hat sich schon einen schönen Satz ausgedacht, der von nun an von allen und immer gesagt werden soll: ALLES IST GUT SO.

Gar nichts ist gut. Der Bürgermeister wird zum Diktator und die Leute zu Jasagern in einer Stadt, in der nur noch gelacht werden darf.

Doch dann geschah es. Mariechen saß in der Ecke und weinte.
»Bist du krank?«, flüsterte die Mutter erschreckt.
Mariechen schüttelte den Kopf und weinte lauter.
Die Nachbarn liefen herbei und sahen entsetzt zum Fenster herein.
»Warum weinst du?«, fragte der Vater.
»Ich weine, weil ich nicht weinen darf«, sagte Mariechen.

Der Vater sah Mariechen ins Gesicht und dachte: »Was hat Mariechen doch für schöne Tränen, kugelrund und blankgeputzt.« Und dann dachte er: »Warum darf Mariechen denn nicht weinen? Warum dürfen die Frauen keine bunten Kleider tragen und die Kinder keine bunten Schützen?« Und dann dachte er: »Warum sagen alle JA und warum sagt keiner NEIN?« Und dann dachte er noch: »Ich will warten, bis es Nacht wird.« Und als es Nacht war, nahm er Leiter und Farbe, Eimer und Pinsel und strich sein Haus rot an.

Dieses eine rote Haus reißt die Leute aus ihrer Uniformität und Willenlosigkeit. Ihnen werden Augen und Ohren geöffnet. Der Bürgermeister wird verjagt.

Vom anderen Ende der Straße kamen Leute und machten Musik.
Und die Leute riefen: »Ja, so soll es sein.«
Und so fing alles neu an.

Heute gibt es die Geschichte von Elisabeth Borchers nur noch gebraucht, für ein paar Euro, als kleines Taschenbuch und vielleicht mit etwas Glück als abgegriffene gebundene Ausgabe. Ich habe mir einige Exemplare gesichert und lese meinen Kindern oft und gerne leidenschaftlich daraus vor. Erst heute habe ich ihnen dabei wieder gesagt, dass dies wohl eines der wichtigsten Bücher ist, das ich ihnen jemals vorlesen werde, und wie sehr ich mir wünsche, dass sie es einmal auch ihren Kindern vorlesen werden.

  • Elisabeth Borchers: Das rote Haus in einer kleinen Stadt, 1969

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Antifaschismus, Bücher, Geschichten, Meinung

Ostersonntag

Andreas und Petra am 16. April 2017

Ostersonntag

Texte und Gedanken, die wir vor zehn Jahren zur Osternacht der Evangelischen Bezirksjugend Offenburg formuliert haben und die uns heute noch viel bedeuten.

Am Grab

  • Engel: Fürchtet euch nicht!
  • Engel: Ich weiß, dass ihr Christus, den Gekreuzigten sucht.
  • Engel: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
  • Jesus: Mir ist gegeben alle Gewalt, im Himmel und auf Erden.
  • Engel: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
  • Jesus: Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.
  • Engel: Fürchtet euch nicht!
  • Gründonnerstag – 13. April 2017
  • Karfreitag – 14. April 2017

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Engel, Frühling, Geschichten, Hoffnung, Kirche, Ostern

Karfreitag

Andreas und Petra am 14. April 2017

Karfreitag

Texte und Gedanken, die wir vor zehn Jahren zur Osternacht der Evangelischen Bezirksjugend Offenburg formuliert haben und die uns heute noch viel bedeuten.

Im Leid

  • Beobachter: Sie nehmen ihm die Kleider weg und setzen ihm eine Dornenkrone auf.
  • Spötter: Es lebe der König der Juden!
  • Beobachter: Sie spucken ihn an und schlagen ihm auf den Kopf.
  • Spötter: Wenn du der Sohn Gottes bist, dann rette dich doch selbst!
  • Beobachter: In der Menge sind Frauen, die laut klagen und um Jesus weinen.
  • Jesus: Weint nicht über mich! Weint über euch und eure Kinder!
  • Jesus: Die Zeit wird kommen, da sich die Menschen danach sehnen, dass Berge über ihnen zusammenstürzen und Hügel sie bedecken, damit ihr Leid ein Ende hat.
  • Jesus: Weint nicht über mich! Weint über euch und eure Kinder!
  • Petra: Ein Leben in Ungerechtigkeit, bedroht von Krieg und willkürlicher Gewalt. Für uns kaum vorstellbar. Wir machen es uns abends gemütlich und müssen keine Angst haben, wir sind zu Hause. Doch was machen Menschen, die kein solches Zuhause haben oder sich in ihrem Zuhause nicht sicher fühlen. Ihr Leid und ihre Angst sind oft sogar so schrecklich, dass sie sich danach sehnen, ihrem Leid, ihrem Leben ein Ende machen zu können. Die Zeit wird kommen. Oder ist sie schon da? Und was hat Jesus damit zu tun? Jesus geht seinen Leidensweg. Er ist der Sohn Gottes, aber warum rettet er sich dann nicht selbst? Jesus leidet, aber warum und für wen? Wir sollen nicht um ihn, sondern um uns weinen? Und was wäre passiert, hätte Jesus sich tatsächlich selbst gerettet? Was wäre aus uns geworden? Jesus leidet für uns, damit unsere Welt eben nicht von dieser Zeit erfüllt ist, in der Menschen so in Leid und Angst leben, dass sie es lieber hätten, niemals geboren worden zu sein. Und wo diese Zeit anzubrechen droht, gibt uns Jesus die Kraft, das Leid zu überwinden, damit am Ende niemand mehr weinen muss.

Am Kreuz

  • Jesus: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
  • Spötter: Soll er doch vom Kreuz heruntersteigen.
  • Jesus: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
  • Spötter: Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen.
  • Verbrecher: Herr, denke an mich, wenn du in dein Königreich kommst!
  • Jesus: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.
  • Jesus: Es ist vollbracht.
  • Spötter: Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn.
  • Gründonnerstag – 13. April 2017
  • Ostersonntag – 16. April 2017

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Frieden, Geschichten, Hoffnung, Kirche, Ostern, Trauer

Gründonnerstag

Andreas und Petra am 13. April 2017

Gründonnerstag

Texte und Gedanken, die wir vor zehn Jahren zur Osternacht der Evangelischen Bezirksjugend Offenburg formuliert haben und die uns heute noch viel bedeuten.

Beim Abendmahl

  • Jesus: Einer von euch wird mich verraten.
  • Judas: Meinst du etwa mich?
  • Jesus: Nehmt und esst! Dies ist mein Leib.
  • Judas: Du meinst doch nicht etwa, dass ich es bin?
  • Jesus: Trinkt! Dies ist mein Blut, das für euch vergossen wird.
  • Petrus: Ich halte zu dir.
  • Jesus: Du wirst mich dreimal verleugnen.
  • Petrus: Das werde ich niemals tun!
  • Jesus: Einer von euch wird mich verraten.

Im Garten

  • Jesus: Setzt euch und wartet auf mich.
  • Jesus: Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe.
  • Jesus: Bleibt bei mir und lasst mich nicht allein.
  • Jesus: Mein Vater, wenn es möglich ist, so bewahre mich vor diesem Leid.
  • Jesus: Aber nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille.
  • Jesus: Könnt ihr denn nicht eine einzige Stunde mit mir wachen?
  • Jesus: Steht auf, lasst uns gehen. Der Verräter ist schon da.
  • Jesus: Aber nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille.
  • Andreas: Dein Wille geschehe, in jedem Vater Unser sagen wir das. Solange es mir gut geht, ist es auch eine einfache Sache, Gottes Willen zu befolgen. Doch was ist Gottes Wille? Dass es mir immer nur gut geht? Kann Gott überhaupt wollen, dass es mir oder anderen schlecht geht? Mein Wille ist, dass ich ein gutes und angenehmes Leben führe, ohne Sorgen, ohne Streit, ohne Angst, zusammen mit den Menschen, die ich mag. Kann Gott etwas anderes wollen? Mein Wille ist, leicht und beschwingt durchs Leben zu gehen. Aber bin ich dann vielleicht zu unachtsam und weiß die guten Dinge des Lebens nicht mehr zu schätzen? Wie kann ein leichtes und beschwingtes Leben gelingen, wenn es Ungerechtigkeit, Hass, Wut und Gewalt gibt? Nicht irgendwo, sondern genau hier bei mir, jetzt, bei Menschen, die mir wichtig sind. Ich muss mich für mich und andere einsetzen und vielleicht auch mal kämpfen. Das erfordert Kraft, die ich nicht habe, wenn ich nur durchs Leben tanze. Gottes Wille ist, dass wir einstehen für unsere Ideale, für das, was wir fühlen, für diejenigen, dir wir lieben, für das, was uns wichtig ist – was Gott wichtig ist. Gottes Wille ist, dass am Ende niemand mehr leidet. Es wird Momente im Leben geben, in denen wir beinahe zusammenbrechen unter der Last, die wir zu tragen haben. Doch Gott wird gerade dann bei uns sein. Er wird uns vielleicht nicht vor diesem Leid bewahren, aber er wird uns zur Seite stehen und uns stärken. Durch Menschen, die sich im größten Leid nicht abwenden, sondern bei uns bleiben und uns nicht alleine lassen. Gott will das Leben! Und so bitte ich meine Freundinnen und Freunde in meinem größten Leid: Setzt euch und wartet auf mich. Bleibt bei mir und lasst mich nicht alleine.

Vor dem Volk

  • Pilatus: Bist du der Sohn Gottes?
  • Volk: Das ist Gotteslästerung!
  • Jemand: Du gehörst doch auch dazu!
  • Petrus: Ich kenne diesen Mann nicht.
  • Volk: Er muss sterben!
  • Jemand: Das ist auch einer von den Leuten!
  • Petrus: Ich weiß nicht, wovon du sprichst.
  • Pilatus: Wen soll ich begnadigen? Den Mörder oder den Messias?
  • Volk: Lass Barabas frei!
  • Jemand: Du bist doch einer von seinen Freunden?
  • Pilatus: Wer soll sterben? Der Mörder oder der Messias?
  • Volk: Ans Kreuz mit Jesus!
  • Petrus: Ich habe diesen Mann noch nie gesehen.
  • Volk: Ans Kreuz mit Jesus!
  • Karfreitag – 14. April 2017
  • Ostersonntag – 16. April 2017

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Geschichten, Hoffnung, Kirche, Ostern, Trauer

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