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Unfassbar

Andreas am 25. März 2015

Als ich an einem Dienstag im November 2006 von der Klinik nach Hause kam, wartete niemand von der Presse, um ein Foto eines Trauernden zu machen. Es gab keinen Liveticker, der stundenlang vor allem eines berichtete: dass es nichts zu berichten gab. Niemand spekulierte, was passiert war, obwohl der genaue Unfallhergang noch Wochen später unklar war. Einen Tag später erschien in der lokalen Zeitung ein kleiner Bericht mit dem Foto eines Autowracks. Die Menschen, die mir ihr Mitgefühl aussprachen, kannten mich. Und die, die mich nicht kannten, hatten über unseren damaligen Blog vom Unfall gehört. Es waren wenige und es war niemand aus dem öffentlichen Leben. Die Autos fuhren weiter.

Der Tod eines geliebten Menschen ist eine unfassbare Katastrophe. Von einer Sekunde auf die andere ist alles zerstört. Um ein solches Unglück zu begreifen und zu überwinden, braucht es keine entsetzte Öffentlichkeit; es braucht niemanden, der sich erst ein »Bild von der Lage« machen muss. Es braucht Freundinnen und Freunde; es braucht Zeit und Stille.

Noch unfassbarer ist der Tod vieler Menschen. Im Jahr 2006 starben 5.091 Menschen in Deutschland im Straßenverkehr. Michaela war eine davon.

  • Germanwings Flug 9525 (Wikipedia)
  • Verkehrstod (Wikipedia)
  • Andreas und Michaela – Wir trauen uns gemeinsam auf den Weg

Kategorie: Leben Stichworte: Meinung, Trauer

Für die Mutigen

Andreas am 25. Januar 2015

Nach wie vor bewegt von Sorgen und dunklen Gedanken ist es mir wichtig, nicht nur für, sondern auch gegen etwas zu beten.

Gegen den Krieg, gegen alles, was zerstört, verletzt und trennt. Für die Menschen, die unter Krieg und Konflikten leiden, für alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, dass sie Frieden finden. Gegen den Krieg und für den Frieden.

Gegen die Verzweiflung, gegen Wut, Trauer, Hilflosigkeit und Neid. Für die Menschen, die Wünsche und unerfüllte Sehnsucht in sich tragen, dass sie nicht aufgeben, die Hoffnung bewahren und Halt finden. Gegen die Verzweiflung und für die Hoffnung.

Gegen die Lüge, gegen Scheinheiligkeit, Ausnutzung, Betrug und Selbsttäuschung. Für alle Menschen, die unter Lug und Trug leiden, und für uns selbst, dass wir es schaffen, offen und ehrlich zu sein. Gegen die Lüge und für die Aufrichtigkeit.

Gegen den Tod, gegen Einsamkeit, Untreue, Intoleranz und Verantwortungslosigkeit. Für das Leben, Freundschaft, Gemeinschaft und für Menschen, denen wir vertrauen können und die uns vertrauen. Für Respekt, Begeisterung und Liebe. Gegen den Tod und für das Leben.

Diese »Gegen- und Fürbitten« haben wir bei einem Gottesdienst im Deutschlandfunk gehört und nun beim Taufgottesdienst selbst gesprochen.

  • Für die Mutigen (YouTube)

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Antifaschismus, Frieden, Gebete, Hoffnung, Meinung

Maybe This Christmas

Andreas und Petra am 29. November 2014

Weihnachtskrippe

Maybe this Christmas will mean something more
Maybe this year love will appear
Deeper than ever before
And maybe forgiveness will ask us to call
Someone we love
Someone we’ve lost
For reasons we can’t quite recall
Maybe this Christmas
Ron Sexsmith: Maybe This Christmas

Die Farben und Klänge des Advents halten Einzug in unser Leben. Und seit vielen Jahren begleitet uns dabei das Lied »Maybe This Christmas« von Ron Sexsmith, vor allem in der Interpretation von Nils Landgren.

WeihnachtskrippeWeihnachtskrippeWeihnachtskrippe

In dieser besonderen Zeit des Erwartens ergaben sich für uns schon manche gewollte oder ungewollte Veränderungen. Menschen, die wir lieben, waren zum ersten Mal oder plötzlich nicht mehr bei uns. Dieses Jahr sind wir nun das erste Mal zu viert. Mit einer kleinen Apfelschwester, die seit fast zehn Monaten alles neu erlebt. Und mit einer großen Apfelschwester, deren Augen – wenn sie die Weihnachtszeit genauso intensiv erfahren wird, wie die Zeit um Sankt Martin – noch mehr leuchten werden, als sie das ohnehin schon seit über drei Jahren tun.

  • Maybe This Christmas – Sarah Dawn Finer (YouTube)
  • Maybe This Christmas – Ron Sexsmith (YouTube)
  • Maybe This Christmas – Nils Landgren (YouTube)

Kategorie: Leben Stichworte: Hoffnung, Musik, Weihnachten

Und dein Herz nimmt Flügel

Andreas am 21. November 2014

Michaelas Grabstein

Und dein Herz nimmt Flügel,
und es schwingt sich hoch über Tränen und Tod.
Berge werden Hügel,
und du atmest auf, weil dich nichts mehr bedroht.
Und du fliegst ins Leben,
in ein Licht, das keine Schatten kennt.
Niemand muss dich heben,
fühlst dich federleicht, wie ein Traum, wie der Wind.

Und egal, wer dich geehrt hat:
Ob man bald noch von dir spricht, ist nun ganz einerlei.
Und egal, wer dich gebeugt hat:
Von den Herren dieser Welt bist du endlich ganz frei.
Und egal, ob sie gefüllt war, deine Zeit, oder leer:
Was nun auf dich wartet, ist auf jeden Fall mehr.
Du bist endlich am Ziel, da, wo ich auch hin will.

Und du siehst ihn wirklich, und er sagt:
Komm her, du, ich freu mich auf dich.
Und du spürst, er mag dich. Und du weißt,
er hat schon gewartet auf dich.
Er berührt dich zärtlich.
Und du siehst das Mal in seiner Hand.
Und du weißt, was Glück ist.
Und ich geb dich frei, das ist ab heute dein Land.

Jürgen Werth: Und dein Herz nimmt Flügel

  • Andreas und Michaela – Wir trauen uns gemeinsam auf den Weg

Kategorie: Leben, Worte Stichworte: Hoffnung, Trauer

Nimm deine Matte und geh

Andreas am 12. November 2014

Was Jesus mit der großen Apfeltochter und meiner Vorstellung eines geregelten Familienablaufs zu tun hat.

Da kamen vier Männer, die einen Gelähmten trugen. Weil sie wegen der vielen Menschen nicht bis zu Jesus kommen konnten, deckten sie über ihm das Dach ab. Durch diese Öffnung ließen sie den Gelähmten auf seiner Trage hinunter.
Markus 2,4

Wir lieben unsere Kinder von ganzem Herzen. Manchmal ist da diese kindliche Entschlossenheit der großen Apfeltochter, etwas zu machen oder zu wollen, was ein gewisses Durcheinander vor allem in meine Vorstellung eines geregelten Familienablaufs bringen wird. Bevor ich dann zu einer richtungsweisenden Erklärung anstimme, fällt mir Adrian Plass ein und was er in seinem Buch »Lasst die Enten doch rückwärts fliegen« zur Heilung des Gelähmten schreibt. Er meint, nicht wenige Leute fänden es sicher gut, wenn Jesus auf die Unverfrorenheit dieser vier frechen Kerle so geantwortet hätte:

Habt ihr darüber nachgedacht, dass ihr soeben ein Haus, das euch nicht gehört, in strafbarer Weise mutwillig beschädigt habt? Nein? Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass ihr euch durch einen so unfreundlichen und gedankenlosen Akt Zugang zu mir verschafft. […] Meint ihr, es gäbe tatsächlich eine Rechtfertigung für euren unverschämten Versuch, sich an denen vorbeizudrängen, die so geduldig gewartet haben, indem ihr euren Freund durchs Dach an der Schlange vorbeischmuggelt?

Ähnlich bestimmt würden sich dann wohl auch meine erzieherischen Ausführungen gegenüber der großen Apfeltochter anhören.

Ihr zieht ihn wieder hoch. Dann sucht ihr den Besitzer des Hauses auf, entschuldigt euch bei ihm und bezahlt ihm den Schaden an seinem Dach. Und dann stellt ihr euch draußen ganz hinten in der Schlange an und lasst euch von Petrus eine Nummer geben.

Wem wäre geholfen, wenn Jesus tatsächlich so ausgedehnt reagiert hätte? Gut, vielleicht dem Hausbesitzer. Aber der Gelähmte wäre weiterhin gelähmt, die vier Freunde wären frustriert, die regel­konform in der Schlange stehenden Leute müssten noch länger geduldig darauf warten, endlich an der Reihe zu sein. Und Petrus hätte die Taschen voller Nummern.

»Nimm deine Matte und geh«, sagte Jesus zum nun nicht mehr Gelähmten. – »Also gut«, sage ich zur großen Apfeltochter.

Hat Jesus nachgegeben? Wohl kaum. Vielmehr reagiert er so entspannt, weil er den Gelähmten und dessen vier entschlossene Freunde von ganzem Herzen liebt. – Eben.

  • Adrian Plass: Lasst die Enten doch rückwärts fliegen, 2006

Kategorie: Leben Stichworte: Bücher, Geschichten, Meinung

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  • Andreas und Petra mögen Äpfel, den Norden und die Ostsee. Sie schätzen Offenheit, Toleranz und Gelassenheit und sind mit Herz und Verstand die Eltern von drei Kindern.
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